Auf den Weg statt Vorsätze machen

Prosit Neujahr – gerade einmal zwei Wochen ist es her. Traditionell ist Neujahr die Zeit für den kollektiven Aufbruch zum Positiven: weniger Stress – mehr Bewegung – gesünderes Leben und und und…

Na, schon erledigt, Ihre ganzen persönlichen guten Vorsätze zum Neuen Jahr?

Also: erledigt – damit meine ich nicht: schon alle erreicht, ausgeführt. Sondern: schon vorbei, vergessen, aufgegeben… ?

Nur 8 Prozent aller Vorsätze lassen sich realisieren

 

Das neue Jahr ist ja noch jung, mögen Sie jetzt einwenden, manches läuft eben noch nicht so richtig. Frustrationstoleranz ist hier gefragt – eine sehr wesentliche Fähigkeit, die einen nicht nur gerade einmal irgendwie – möglichst frohgemut – überleben, sondern vertrauensvoll und zuversichtlich bleiben lässt, wenn sich das Eine oder Andere „erst noch so richtig einspielen muss“.

Wie bei den guten Vorsätzen im jungen Jahr, wie bei allen angestrebten Veränderungsprozessen, die einfach die Chance einer gewissen Zeitdauer der Zuwendung und Beschäftigung brauchen und eine Portion Langmut, bis sie zu Gewohnheiten geworden sind.

Die Wissenschaft setzt dafür sechs Wochen (oder 42 Tage) an. Studien zufolge lassen sich aber gerade einmal 8 % aller Vorsätze realisieren, nicht gerade viel. Woran mag das bloß liegen?

 

Woran mag das bloß liegen?

Möglicherweise schon an den Vorsätzen selbst, an unrealistischen, nicht klar formulierten Zielen, zu vielen auf einmal. Wünschen, die sich eben einfach so erfüllen sollen, ohne eigene Anstrengungen. Es lohnt sich, hier noch einmal genauer nachzuhaken: Wünsche und Ziele zu unterscheiden, Ziele sich realistisch zu setzen, in der richtigen Weise abzustecken und zu formulieren. Aber dann eben auch an der Art und Weise des Umsetzens selbst.

 

Laufen lernt man durchs Hinfallen

Wissen Sie noch, wie wir alle als Kinder Laufen gelernt haben? Wie sich das gestaltet bei einem kleinen Menschenkind, wenn es die Zeit des ausgeliefert Herumliegens überstanden hat und endlich anfangen kann, die Welt zu erobern, seiner Neugierde aktiv nachzugehen? Erst im Krabbeln, auf dem Hintern rutschend, sich aufrichtend, dann schließlich – endlich! – auf den eigenen noch kleinen Beinen stehend. Das kostet Kraft – die sich dadurch entwickeln kann. Viel Mut – für immer Neues, das man noch nie gemacht hat. Und ist ziemlich frustrierend. Denn: dafür braucht es viele Versuche, und die wenigstens gelingen gleich und sofort. Nach der Methode „try and error“ entwickeln wir unsere elementaren Fähigkeiten. Als Kinder. Motiviert von diesem unglaublich schönen Gefühl: Neugierde, Lebenslust, Freude am Tun, am Erleben. Erinnern Sie sich noch, wie oft Sie dabei hingefallen und wieder aufgestanden sind? Sicher nicht. Der Frust ist längst vergessen. Im Gedächtnis bleiben hingegen alle die Freuden, die Sie sich mit dem Gehen erarbeitet und erschlossen haben. Das Laufen, Ball spielen, Bergsteigen, Klettern, Tanzen…Ja genau. Laufen lernt man durchs Hinfallen. Und wieder aufstehen. Und genauso lernen wir als Erwachsene.

 

Was würden Sie heute gerne lernen?

Nur zu, das Scheitern und die Mühen sind bald vergessen. Die Freude bleibt. Und die Lust, sich immer neu seine Welt zu erobern.

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